Die Erstligaschützen starten in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga Luftgewehr

„Dafür gibt es verschiedene Gründe“, erläuterte Wilfred Lampe, Vorsitzender der KKS Nordstemmen. Zum einen seien das die ständigen Terminüberschneidungen bei seinen Mannschaften in der 1. und 2. Bundesliga. Das sei oftmals schwer zu koordinieren. Dazu komme die knappe Personaldecke an Athletinnen und Athleten in den Teams („Bundesligaschützen wachsen eben nicht auf Bäumen.“), und schließlich habe selbstverständlich die schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung Vorrang vor allem anderen für die jungen Leute. Darüber sei er sich mit seinem Trainer Frank Pohl absolut einig, und auch die Sportlerinnen und Sportler stünden voll und ganz hinter diesem Konzept.

Damit zurück zu den Wettkämpfen 1. Bundesliga Luftgewehr am zurückliegenden Wochenende 9./10. Dezember im osthessischen Niederaula. Da wurde ein Kellerduell ausgetragen, das an Spannung wohl kaum zu überbieten war. Die drei Letztplatzierten (10. KKS Nordstemmen, 11. SG Mengshausen und 12. SG Hamm) lieferten sich hier erbitterte Wettkämpfe, um die Abstiegszone zu verlassen. In der ersten Begegnung gegen die SG Mengshausen aus dem östlichen Hessen lief das für Nordstemmen schief. Das Match ging wieder einmal äußerst knapp mit 2:3 Punkten verloren.

Wie eng das zuging, lässt sich in den Ergebnislisten nachlesen. Nadine Gudert, auf Position eins für Nordstemmen gesetzt, bezwang Jaqueline Orth mit 394:393. Bianca Glinke gelang es, mit 396:395 Mengshausens Auslandsschützen Jan Lochbihler knapp auf Abstand zu halten, und das war es dann auch schon. Der dritte Punkt zum Sieg wollte einfach nicht fallen. Stine Andersen verlor gegen Lisa Müller mit 391:394, Andrea Heitmann unterlag Elena Rembowski mit 388:390, und David Kroll musste sein Match gegen Patrick Seyfarth mit 387:388 abgeben. Damit rutschte KKS Nordstemmen auf den vorletzten Tabellenplatz. Der direkte Abstieg drohte.

So standen also in der zweiten Begegnung KKS Nordstemmen und Tabellenschlusslicht SG Hamm an der Feuerlinie. Letztere waren noch immer ohne Sieg und hatten sich tags zuvor mit 1:4 dem SV Wieckenberg beugen müssen. Das sollte gegen Nordstemmen nun anders werden, gelang den Westfalen aber auch diesmal nicht. Wieder hagelte es eine 4:1-Packung, jetzt eben von der KKS Nordstemmen. Nadine Gudert bezwang den Franzosen Etienne Germond mit 394:393. Bianca Glinke lief zu Höchstform auf und schickte Rike Furmanek mit 399:392 auf die Bretter, Stine Andersen punktete mit einem Zähler Vorsprung (390:389) gegen Inken Kolloch, Andrea Heitmann verlor ihr Match gegen Veronique Münster mit 388:393, während David Kroll gegen Anna Steinhoff (390:383) im neunten Wettkampf der Saison endlich seinen ersten Siegpunkt beisteuern konnte.

Mit diesen Ergebnissen rückte die KKS Nordstemmen wieder auf Rang neun der Zwölfertabelle vor und wird damit am 13./14. Januar 2018 nach Kevelaer reisen, um die beiden letzten Wettkämpfe der laufenden Saison zu bestreiten. Dort warten Gastgeber SSG Kevelar und der amtierende Bundesligameister St. Hubertus Elsen auf die Niedersachsen. Beide gegnerischen Teams stehen mit einem Bein in den Playoffs und werden sich von Nordstemmen mit einiger Sicherheit nicht in die Suppe spucken lassen. Man wird sehen.

Weltklasse: 399 Ringe. Die Anspannung fällt nun ab.
Auch der vierzigste und letzte Wertungsschuss von Bianca Glinkes ging in die Zehn (der rote Punkt auf dem Monitor).

Foto: Arno Brinkman
Text: Klaus Schaare